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Pfeifen
Verfasst: Do 6. Aug 2009, 23:17
von Mas Teringo
Ich weiss noch nichtmal, ob die Verstärker wirklich das Problem sind, vermute es aber einfach mal.
In letzter Zeit habe ich, wenn die Anlage über Nacht aus war (oder ähnlich lange Zeit vor dem nächsten Einschalten liegt) das Problem, dass aus dem rechten LS ein Pfeifen zu hören ist. Das beginnt einige Sekunden nachdem die Endstufen den Strom anschalten und dauert gefühlt bei jedem Mal länger und es wird auch jedesmal einen Tick intensiver. Das Geräusch klingt etwa wie eine Kaffekanne bei der der Deckel nicht ganz zu ist und durch einen winzigen Spalt ein Druckausgleich stattfindet (kennt hoffentlich jeder) - nur wesentlich lauter. Es beginnt als Rauschen und geht in eine Art Pfeifen über.
Ich bin über's Wo-Ende nicht da, kann deswegen solange keine Infos nachliefern, wollte es aber shcildern, bevor ich es vergesse.
Verfasst: Do 6. Aug 2009, 23:23
von GlowingTube
Moin Mas Teringo,
das Schöne an Stereo ist, das man zwei Kanäle hat
Ergo: wenn das Pfeifen nur auf einem Kanal ist, vergleiche Kanal 1 mit Kanal 2, mit einfachen Austausch-Checks:
1. tausche Quellen und Speaker links mit rechts. Ergebnis?
2. tausche Röhren links mit rechts. Ergebnis?
Ich vermute eigentlich einen korrodierten Röhrenkontakt.
LG
Rainer
Verfasst: Fr 7. Aug 2009, 00:14
von Hallo
Hallo,
ich hatte früher öfter das Pfeifen - besonders bei einigen Vorstufen. So habe ich alles probiert. auch das vielzitierte Hochlegen der Heizspannung bei entsprechenden Schaltungen (z.B. Kathodenfolger die ja teilweise Kathode gegen Heizung grenzwertig sein können, SRPP, etc). Auf Dauer hat alles nichts gebracht. Erst das Wechseln von Platinenaufbauten zur freien Verdrahtung brachte Ruhe. Das Pfeifen ist nun schon seit einer Ewigkeit kein Thema mehr.
Grüße
Jürgen
Verfasst: Mi 12. Aug 2009, 20:13
von Mas Teringo
So, wieder im Lande. Natürlich ist das Pfeifen nun nach ner Woche Abwesenheit von alleine weg, so dass die links/rechts Checks gerade sehr schwierig ist, da ja kein Fehler auftreten wird. Ich sag wieder Bescheid, sobald es wieder auftritt und ich etwas testen kann.
Verfasst: Mo 17. Aug 2009, 00:43
von Mas Teringo
Heute trat das Pfeifen wieder auf, nun aber auf beiden Kanälen. Außerdem stellte ich ein starkes Umschaltgeräusch fest, wenn ich bei der Vorstufe die Quelle wechselte. Das brachte mich darauf, hier auf's blaue geraten mal die Röhren zu wechseln. Der originale Satz EH lag ja noch im Schrank herum. Entweder habe ich zufällig dabei an der richtigen Stelle gerüttelt, oder tatsächlich den Fehler gefunden, jedenfalls trat es nach dem Wechsel nicht mehr auf. Bin mal gespannt ob dies so bleibt. Da ich aber Threads ohne Abschlussmeldung immer doof zum Nachlesen finde, wollte ich dies hier noch mitteilen.
Verfasst: Mo 17. Aug 2009, 01:06
von mb-de
Das Problem tritt gerne auf, wenn bei einer Roehre die Isolation zwischen Heizfaden und Katode beschaedigt ist und ein lokaler Feinschluss vorliegt.
Diese Schaeden wiederum treten gerne auf, wenn der Heizfaden auf deutlich niedrigerem Potential als die Katode liegt und die Ufk- ueberschritten wird.
Typischer "Orte" dafuer sind Katodenfolger, Phasenumkehrstufen, Aikido, SRPP und mu-Folger (obere Roehre oder oberes Roehrensystem)...
Du solltest Dich dann mit dem Hersteller/Lieferanten des betroffenen Geraetes unterhalten - dort sollte man wissen, welche Roehre an dieser Stelle ohne Konstruktionsaenderung funktioniert - was leider nicht die klangeschmacklich beste Roehre sein muss...
Gruesse
Micha
=->
Verfasst: Mo 17. Aug 2009, 02:26
von Mas Teringo
dort sollte man wissen, welche Roehre an dieser Stelle ohne Konstruktionsaenderung funktioniert
Reden wir hier von Röhrentyp, oder von -hersteller? Mir war bislang nicht bewusst, dass man bauliche Änderungen vornehmen muss, wenn man z.B. eine E88CC gegen eine E88CC (oder Äquivalent) tauscht.
Verfasst: Mo 17. Aug 2009, 09:23
von Hallo
Hallo,
ich hatte dieses Pfeifen früher öfters. Berührt man nur die entspr. Röhre ist es meistens weg und tritt wieder nach einer gewissen Zeit auf.
Auch in der einschl. Röhrenliteratur (z.B. Ratheiser 1949) ist darüber nichts zu finden.
Dinge, die bei mir bezüglich des Pfeifens gar nichts gebracht haben waren, das Hochlegen der Heizspannung, das Wechseln der Röhren, das Wechseln des Röhrentyps, Dämpfung um die Röhre. Es war immer kurzzeitig Ruhe und dann fing das lästige Pfeifen wieder an.
Wie ich schon beschrieben hatte, hängt nach meinen Erfahrungen dieses Phänomen offensichtlich mit entspr. Platinenaufbau zusammen (von daher findet sich diesbezüglich auch wenig in der alten Literatur).
Mehrere Umbauten pfeifender Vorstufen bei exakt gleichem Aufbau zeigten mir, dass dies ein wichtiges Kriterium beim Verhindern dieses eigenartigen Pfeifens ist. Ob es wirklich daran gelegen hat könnte ich aber immer noch nicht mit Sicherheit sagen.
Was auch noch geholfen hat, war es Endstufen zu benutzen die Eingangspotis haben und diese mit Potis zu versehen. Ob das Pfeifen dann nur nicht mehr hörbar war oder es kein Aufschwingen mehr gab kann ich ebenfalls nicht sagen, da man das Pfeifen nicht messen kann. Berührt man nur einen Punkt der Schaltung, dann hört es ja auf.
Grüße
Hallo
Verfasst: Mo 17. Aug 2009, 12:52
von mb-de
Mas Teringo hat geschrieben:dort sollte man wissen, welche Roehre an dieser Stelle ohne Konstruktionsaenderung funktioniert
Reden wir hier von Röhrentyp, oder von -hersteller? Mir war bislang nicht bewusst, dass man bauliche Änderungen vornehmen muss, wenn man z.B. eine E88CC gegen eine E88CC (oder Äquivalent) tauscht.
Wenn die Schaltung fuer die Spezifikation der alten E88CC gebaut wurde (und auch unter Aussteuerung alle Datenblattparameter eingehalten werden), sollte man jede alte E88CC benutzen koennen, die die Datenblattspezifikation einhalten.
Nur ist es haeufig so, dass bestimmte Versionen der Roehren 'nach oben' vom Datenblatt abweichen, also z. B. ohne Schaden mehr Spannung zwischen Katode und Heizfaden vertragen als spezifiert.
Nutzt ein Entwicker dies aus, und der Benutzer tauscht gegen eine Roehre, die das eben nicht ertraegt, kann es Probleme wegen Frueausfall oder Instabilitaeten geben...
Die heute als '6922', also E88CC-Equivalent, aus laufender Produktion verkaufte russische 6N23P-EV ist so ein Fall - das Teil tendiert dazu, robuster zu sein als z. B. Siemens CCa aus den 1950igern.
Beste Gruesse
Micha
=->
Verfasst: Mo 17. Aug 2009, 13:00
von mb-de
Hallo hat geschrieben:...da man das Pfeifen nicht messen kann. Berührt man nur einen Punkt der Schaltung, dann hört es ja auf...
Man kann es ohne Schwingungsabriss am Ausgang der Schaltung messen (sonst kaeme es ja nicht durch die Folgestufen bis zum Lautsprecher) - oder beruehrungslos mit dem Tastkopf abnehmen.
Es scheint, dass ein Isolationsfehler an der Strecke Heizfaden-Katode der betroffenen Roehre zu Schwingneigung fuehrt... bedaempft man das Ganze, reisst die Schwingung ab. Also kann der Aufbau eventuell dazu beitragen, dass es trotz Isolationsfehler nicht zu Schwingproblemen kommt... besser ist es aber, die Moeglichkeit des Isolationsschadens von vornherein zu vermeiden.
Einhalten der zulaessigen Ufk+ und Ufk- sowie des maximalen Rfk hilft (letzteres wird gerne uebersehen) - die Angaben stehen in den Datenblaettern.
Gruss
Micha
=->
PS: Hat eine Roehre einmal einen Feinschluss zwischen Faden und Katode, ist dieser meisst irreversibel...
Verfasst: Di 18. Aug 2009, 09:38
von Hallo
Hallo,
ich habe es leider nicht hinbekommen, dass Pfeifen zu messen. Schon alleine wenn ich mit der Hand in die Nähe der Röhre gekommen bin, dann hat es häufig schon aufgehört. Auch war es mit jeder Röhre reproduzierbar. Egal ob ich z.B. eine ECC81, ECC82, ECC83 oder sogar 12BH7A genommen habe.
Ein Messen am Ausgang bringt ja nicht viel, da ich das ja schon mit meinem Gehör messe.
Dieses Pfeifen war sehr störend. Immer nur auf einem Kanal. Und das auch bei unterschiedlichen Vorstufen und Endstufen.
Wie ich schon beschrieben habe, habe ich bei keiner frei verdrahtenden Vorstufe ein solches Pfeifen.
Von daher konnte ich es zwar nicht messen aber nun wenigstens ausschließen.
Das dieses allerdings durch einen Feinschluss zw. Kathode und Heizung kommt wage ich aufgrund meiner Erfahrungen zu bezweifeln.
Ich denke bei diesem Phänomen eher an einen Schwingkreis.
Grüße
Jürgen
Verfasst: Di 18. Aug 2009, 12:28
von GlowingTube
Moin,
ich würde zunächst mal die Röhrenpins reinigen und die entsprechenden Kontakte auf Korrosion und/oder sicheren Kontakt prüfen.
Tschüss
Rainer
Verfasst: Di 18. Aug 2009, 14:00
von mb-de
Hallo Jürgen!
Hallo hat geschrieben:
ich habe es leider nicht hinbekommen, dass Pfeifen zu messen. Schon alleine wenn ich mit der Hand in die Nähe der Röhre gekommen bin, dann hat es häufig schon aufgehört.
Das deutet darauf hin, dass Du eventuell einen anderen Mechanismus der Schwingungsanfachung hattest als die relativ haeufig vorkommenden Katoden-Faden-Schluesse.
Du hast da wahrscheinlich 'wilde Schwingungen' der betroffenen Stufe im HF/VHF-Bereich 'erfahren' - das Pfeifen ist eine Folge von Instabilitaeten des Oszillators. Annaehern der Hand bedaemft den Oszillator, und die Schwingung bricht ab.
Das Anbringen von Daempfungswiderstaenden in Fassungsnaehe ist auch bei Katodenfolgern wichtig - zumindest bei breitbandigen und steilen Roehren - E88CC und Konsorten brauchen da haeufig auch einen Katodenschutzwiderstand von einigen zehn Ohm.
Messung geht trotzdem - Spectrum analyser oder Breitbandoszilloskop in Verbindung mit einer aktiven Antenne oder einem in die Naehe gehaltenen Tastkopf mit einer angeklammerten Muenze als 'capacitive probe'... oder auch ein einfaches Transistorradio (Weltempfaenger). Schwingt die Stufe, kann man Signal auffangen - Pfeifen, Rauschen, Verschwinden des Rauschens zwischen Sendern im UKW-Bereich.
Hallo hat geschrieben:
Ein Messen am Ausgang bringt ja nicht viel, da ich das ja schon mit meinem Gehör messe.
Es bringt durchaus etwas - man kann sich dort die Kurvenform der Schwingung ansehen - und aus der Kurvenform und der Signalfrequenz Rueckschluesse auf den Mechanismus der Erzeugung schliessen...
Hallo hat geschrieben:
Das dieses allerdings durch einen Feinschluss zw. Kathode und Heizung kommt wage ich aufgrund meiner Erfahrungen zu bezweifeln.
Wie oben gesagt, scheint es, dass Du in Deinen Anwendungen Probleme mit einem anderen Phaenomen hattest... das von mir angesprochene Problem ist aber ebenso real.
Meine Erfahrung zeigt, dass ein Feinschluss in Verbindung mit parasitaeren Elementen im Heiz- und Versorgungskreis zu Kippschwingungen (Kurvenform doppelte Exponentialkurve = Saegezahn) fuehren kann. Klemmen des Heizkreis an die Katode der betroffenen Roehre - mit nicht mehr als 20 KOhm unter Einhaltung der zulaessigen Spannungen Faden-Katode ist mir das noch nicht vorgekommen.
Meine Loesung war die Nutzung getrennter Roehren 'oben' und 'unten', mit getrennten Heizwicklungen, die ueber hinreichend niederohmige Symmetrierwiderstaende an die Roehrenkatoden 'geklemmt' sind.
Hallo hat geschrieben:
Ich denke bei diesem Phänomen eher an einen Schwingkreis.
Ein Schwingkreis braucht zum stationaere Schwingen auch eine Zu/Rueckfuehrung von hinreichend viel Energie auf der Resonanzfrequenz- z. B. ein mitgekoppelter Verstaerker.
Diese Mitkopplung kann auf vielfaeltige Weise erfolgen - kapazitive oder induktive Kopplung, Feinschluesse, etc.
Gruesse aus Herefordshire
Micha
=->