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Unison Research smart 845

Verfasst: Sa 27. Okt 2007, 11:07
von Saarmichel
Moin Leute,

so nun meine erste Erfahrungsberichte mit den Unison Research smart 845. Am Dienstag Abend nach getaner Arbeit könnte ich endlich ( hatte mich den ganzen Tag schon darauf gefreut ) den Smartis widmen. Zuerst habe ich mich noch den Gerätenfüsse gewidmet weil schon ein paar fehlten oder auf ihrem Selbstklebepads verrutscht waren, habe die Füsse alle ersetzt. Dann mußte ich auch noch auf die schnelle ein Board zusammen zimmern weil ich aus Platzgründen die Amps nicht neben die Boxen stellen kann und das alte Board hatte nicht genügend Platz für zwei Amps nebeneinander.

Dann war es endlich, endlich soweit ich konnte die Amps einschalten, werden sie brummen ????. Es war jeweils ein kurzes wwwuuuppp zu hören und aus dem rechten Lautsprecher war ein ganz, ganz leises tieffrequentes Brummen zu vernehmen während der linke Lautsprecher absolut still blieb.

Also CD in den Player und mit sehr moderater Lautstärke gelauscht was mir dageboten wurde. Hmmmm, der ( erwartete ??? ) absolute Überflieger war das nun wirklich nicht, das gefiel mir aber über meinen Mr. Liang 845SE ehrlich gesagt wesentlich besser. Viel geschmeidiger und leichtfüssiger, auch die räumlich Wiedergabe konnte mich nicht überzeugen. Auch das Dynamikverhalten war sehr verhalten. Als ich dann mal etwas "Gas" gab flachte die Räumlichkeit total ab und die Dynamik engte noch mehr ein, alles wirkte sehr, sehr komprimiert. Ein noch beherzterer Rechtsdreh am Lautstärkeregler quittierten die Amps dann mit regelrechtem Gekreische und Gezerre.

WAS !!! :shock: :idn: :( :cry: soll das jetzt tatsächlich schon alles gewesen sein, meinem chinesischen Mr. Liang 845SE, mit dem ich die ganze Zeit nach dem bedauerlichem, vorzeitigem ableben des "Roten Drachens" gehört habe ist in allen Belangen haushoch unterlegen, der Red Dragon 211SE hätte geradezu Kleinholz aus den Italienern gemacht da der Red Dragon 211SE noch jeweils völlig mühelos ein paar Schippen im Vergleich zum Mr. Liang 845SE nachlegen kann.

Nein, was ich da gehört habe war ja sogar noch weit, weit unterhalb vom Dynavox-Niveau. Hätte ich meinen Radiowecker an meine Hörner angeschlossen dann hätte es bestimmt nicht schlechter geklungen. Da ich die Bauteile in der Schaltung nachgemessen habe konnte ich dort einen Defekt praktisch ausschließen, speziell die fetten Elkos für die Anodenspannungversorgung der 845er hatten noch ihre Kapazität von 1000 µF ( zwischen 1029 - 1087 µF ) , einzig die beiden geblähten 16 V Sieb-Niederspannungselko der Heizung für die 845er hatten scheinbar ihre besten Zeiten schon lange hinter sich. Das konnte also die Ursache nicht sein. Übertrager ????, man weiß ja nie was die Amps in den 10 Jahren ihrer Existenz schon so alles erleben mußten, nicht angeschlossene LS während des Betriebs können ja fatale Folgen haben.... Das schloss ich aber eigentlich vorerst auch mal aus. Naheliegend beschloss ich das ich mal die Röhren von Vor- und Treiberstufe erneuern werde. Es war in der Vorstufe eine Telefunken ECC83 und in der Treiberstufe ein 12AU7 ( vermutlich Sylvania ) verbaut. Ersetzt habe ich die Röhren gegen GE 12AX 7-WA und JJ-ECC802S. Die verbauten Valve-Art 845 lies ich zu erst einmal in den Bajonett-Sockeln da die direkt geheizten 845 mit ihren thorierten Wolfram Heizdrähten ja extrem langlebig ( > 30.000 Std. ) sind.

Und ????, :D , endlich ging die Sonne auf, dass war doch schon viel, viel, viel besser wie die Amps nach dem Tube-Rolling jetzt klangen. Jetzt war Drive, Dynamik und Timing im Klangbild. Grob und Feindynamik fein aufgegliedert. Auch war nun die Raumabbildung vorhanden. Der Bass grollte tief und sauber. Die Mitten und die Höhen empfand ich allerdings noch ein bisschen streng und hart. Die obersten Höhen kamen mir dagegen aber ein bisschen bedämpft vor, ich vermisste die haarfeinen Oberton-Gespinnste. Der Gesamt-Klangcharakter würde ich mal so beschreiben: Sehr sauber, straff und clean, mit Sicherheit kein Blender und "Schönfärber"der was hinzudichtet. So lies ich mir das schon gefallen, allerdings mein Mr. Liang klingt bestimmt nicht schlechter, wenn auch anderst. Das der eine Amp gegengekoppelt ist ( Unison ) und der andere nicht ( Mr. Liang ) das ist im direkten Vergleich unüberhörbar. Der erstere trocken und ehrlich, ja fast schon streng, der zweite eher süsslich und verspielt. Der maximale Output beider Amps dürfte in etwa vergleichbar sein wobei der Mr. Liang bei höchsten Lautstärken viel wuchtiger und satter klingt und auch später und weicher zu verzerren beginnt.

Schade das ich nun nicht mehr einen direkten A-B Vergleich gegen den Red Dragon 211SE machen kann. So wie ich diesen klanglich überragenden Amp aber immer noch in den Ohren habe sehe ich mit der Orginal-Röhren-Bestückung ( Unison ) den Red Dragon 211SE immer noch vorne. Speziell die extreme Spielfreude die dieser 211SE Amp zu vermitteln vermag und besonderst die überragende und beispiellose Dynamik und Explosivität die wirklich ihres gleichen sucht dürften schwer zu toppen sein. Der Red Dragon ist aber zweiffellos auch ein Schmeichler und Schönzeichner der nicht immer ganz bei der Wahrheit bleibt. Im Gegensatz dazu sehe ich die Unisons die grund-ehrliche Gesellen sind und bei schlechten Aufnahmen auch schlecht klingen. Der Red Dragon 211SE klingt halt immer fantastisch.

So das war der Klangbericht der Unisonse mit der Röhrenbestückung wie sie der Erbauer und Konstrukteur vorgesehen hat. Was ist aber dann das Geheimnis des Red Dragon 211SE, warum macht dieser Amp so einen unglaublichen Spass, klingt niemals nüchtern ( aber nicht besoffen :mrgreen: ) sondern versprüht immer pure Lebensfreude mit viel Saft und Kraft in allen Enden und Ecken ????. Nun, wenn man sich mal die Klirrverteilung dieses Amps ansieht dann erahnt man das ein ganz so cleanes Klirrspektrum nicht unbedingt vollkommen klingt. Evtl. gibt der überwiegend harmonische Klirr den Aufnahmen die Lebendigkeit wieder zurück die durch die Aufnahmeprozedur auf der Strecke geblieben ist.

Worauf ich hinaus will ????, nun , andere Röhre - anderes Klirrspektrum. Ich ersetzte also kurzer Hand die ECC802S in der Treiberstufe durch die Philips-ECG 6201 ( 12AT7-WA oder ECC801S , ECC81 ). Die GE 12AX7-WA ( ECC83 ) wurden durch die Philips-ECG 5751 ersetzt, sowie die Valve-Art 845 durch die Shuguang 845B. Mit dieser Röhrenbestückung haben die Unisons in meinen Ohren wieder einen ganz gewaltigen Schritt im Klang nach vorne gemacht, wobei der Unterschied wohl fast alleine durch die Treiber-Röhre gemacht werden wird. Alles wirkt viel explosiver und kraftvoller, die Amps strotzen jetzt nur so vor Kraft. Auch die Räumlichkeit hat scheinbar deutlich gewonnen und die Amps klingen irdendwie viel spritziger.Die Gesamtverstärkung hat auch deutlich zugenommen, bei gleicher Potistellung sind die Amps mit der geänderten Röhrenbestückung nun auch deutlich lauter ohne das sie zu verzerren zu beginnen.

Mehr Klirr ????, bin mal gespannt was die Messungen enthüllen werden. Schon jetzt lehne ich mich mal aus dem Fenster und behaupte das die Unision weder die 20 Hz, noch die 20 Khz ganz schaffen. Speziell ganz oben herum fehlt mir einiges.

Auch noch was, was mir aufgefallen ist. Heiß werden bei den Unisons nur die 845er, die Trafohaube werden auch nach stundenlangem Betrieb noch nicht einmal handwarm .Es geht also doch !!!!!.

Zu Schluss noch was zum gucken :wink:

[IMG:150:106]http://img148.imageshack.us/img148/3928/us4qg1.th.jpg[/img]

Fortsetzung folgt...............

Verfasst: Sa 27. Okt 2007, 11:54
von vintage64
Moin Michael,

sehr kurzweiliger Bericht ! :OK: :D
Den Einfluß der Vorstufenröhren, speziell des Treibers für die 845, kann ich auch bestätigen.
Im Vergleich zu den jetzt verwendeten RCA 6SN7GTB klingen bspw. die EH aus neuer Produktion nüchtern und erzeugen weniger den Eindruck der Räumlichkeit.

Hab' übrigens seit Deinem Hinweis bzgl. der linken Trafos meinen amp nicht mehr in Betrieb gehabt und warte immer noch auf meine Kupfer-Kühler ... :cry:

Sind die Monos self-biased ?

Viele Grüße,
Henning

Verfasst: Sa 27. Okt 2007, 12:30
von jogi
Hallo Michael,

vielleicht waren die eingebauten Endröhren einfach abgenudelt, wenn mit den anderen soviel mehr Kraft da war. Wäre nach 10 Jahren auch kein Wunder.

Schön ist auch immer wieder zu erfahren, dass man nicht unbedingt Haus und Hof verpfänden muss, um SEHR gut Musik hören zu können, siehe der 211er. Aber der hat halt keinen Test in der Im Matsch hifi :lips:
Wenn man dann noch einen Lötkolben von einem Pürierstab unterscheiden kann, ergibt sich nochmal eine schöne neue Klangwelt :P .

Wieso baust du nicht mal so ein Teil selber auf? Holst dir beste ÜT und Netztrafos, gute Teile, und sparst dir die teuren Experimente.

Liebe Grüsse,

Jürgen

Verfasst: Sa 27. Okt 2007, 12:39
von Saarmichel
vintage64 hat geschrieben:Moin Michael,

sehr kurzweiliger Bericht ! :OK: :D
Den Einfluß der Vorstufenröhren, speziell des Treibers für die 845, kann ich auch bestätigen.
Im Vergleich zu den jetzt verwendeten RCA 6SN7GTB klingen bspw. die EH aus neuer Produktion nüchtern und erzeugen weniger den Eindruck der Räumlichkeit.

Hab' übrigens seit Deinem Hinweis bzgl. der linken Trafos meinen amp nicht mehr in Betrieb gehabt und warte immer noch auf meine Kupfer-Kühler ... :cry:

Sind die Monos self-biased ?

Viele Grüße,
Henning
Hallo Henning,

eine 6SN7 ist ein 6SN7, sollte zumindest von den Röhrenparamter her jedenfalls recht ähnlich sein. Eine ECC81 hat allerdings vollkommend andere Röhrenparameter als eine ECC82.

Datenblatt ECC82

Datenblatt ECC81

Wenn man mal beide Datenblätter miteinander vergleicht dann dürfte die ECC81 bei gleichem Kathodenwiderstand deutlich weniger Strom ziehen und somit auch einen ganz anderen Arbeitspunkt aufweisen. Auch die Arbeitswiderstände müßten eigentlich angepasst werden. Auch der Ri ( Innenwiderstand ) der Röhren sind unterschiedlich. Die Verstärkung ist bei der ECC81 auf viel höhrer. Messtechnisch wird sich wohl einiges verändert haben was mir auch der "veränderte" Klang bestättigt. Mir gefällt es klanglich so jedenfalls besser, ob die Messwerte besser aussehen wage ich aber zu bezweifeln.Kaputtgehen wird durch den Tausch nix gehen, umgekehrt ECC82 anstatt ECC81 wäre wahrscheinlich problematisch geworden weil die ECC82 wohl zu viel Strom gezogen hätte. Unmöglich wäre an dieser Stelle auch die ECC83 gewesen da die ECC83 auch eine wesentlich geringere Anodenverlustleistung als die ECC81, ECC82 hat.

Ist mir aber wurscht ob die ECC81 in die ursprüngliche Schaltung passt, ein Amp muss mir nämlich in erster Linie klanglich gefallen und muß nicht unbedingt schöne Messwerte auf dem Papier ( oder PC-Monitor ) haben. Siehe Red Dragon 211 SE der eine richtige Klirr-Bombe ist aber himmlich, geradezu "göttlich" klingt-seisdrum !!!.

Und ja der Smart 845SE hat Autobias, allerdings haben die verbauten Kathodenwiderstände meiner Messung nach nicht ( mehr ??? ) wie aufgedruckt 1,5 KOhm sondern lt. zweier Multimeter nur noch ca. 1,3 KOhm, damit müsste der Anodenstrom um einiges höhrer ausfallen als ursprünglich angedacht. Die 845B ist nach den ausschalten auch schön orange, während die Standard 845 nur ganz leicht dunkel-rot glimmt.Dürfte aber gerade noch im grünen Bereich sein.

Dein 845er hat soweit ich mich noch entsinne einen Kathodenwiderstand von 1,7KOhm. Die Unisons dürften wahrscheinlich nach der Schaltungsauslegung mit deutlich geringerer Anodenspannung als die chin. Yarlands und Red Dragon Senderöhren-Amp arbeiten. Werde das sowieso bei Gelgenheit mal nachmessen.

Zum Thema Trafohauben und Trafotemperatur. Im Nachbar-Forum wurde die letzten Tage im Dynavox-Tunigthread einiges Interessantes dazu geschrieben.

Abdeckungen / Netztrafo :mrgreen:

Verfasst: Sa 27. Okt 2007, 12:53
von rs_av_solutions
Moin Michael,

normalerweise sollten wenn das Licht ausgeschaltet ist die Bleche max 1-3 Sekunden wenn überhaupt nachglühen.Sollte es länger sein müsste man das Bias nachjustieren.Hatte mich bei den 845C einiges an Zeit gekostet ein vernünftiges Paar zu finden bei dem bei min. Bias die Bleche nicht geglüht haben :lips:

Gruss

Rainer

Verfasst: Sa 27. Okt 2007, 13:23
von Saarmichel
jogi hat geschrieben:Hallo Michael,

vielleicht waren die eingebauten Endröhren einfach abgenudelt, wenn mit den anderen soviel mehr Kraft da war. Wäre nach 10 Jahren auch kein Wunder.

Schön ist auch immer wieder zu erfahren, dass man nicht unbedingt Haus und Hof verpfänden muss, um SEHR gut Musik hören zu können, siehe der 211er. Aber der hat halt keinen Test in der Im Matsch hifi :lips:
Wenn man dann noch einen Lötkolben von einem Pürierstab unterscheiden kann, ergibt sich nochmal eine schöne neue Klangwelt :P .

Wieso baust du nicht mal so ein Teil selber auf? Holst dir beste ÜT und Netztrafos, gute Teile, und sparst dir die teuren Experimente.

Liebe Grüsse,

Jürgen
Hallo Jürgen,

an den 845 Endröhren hat es garantiert nicht gelegen, das Problem kam eindeutig aus der Vor- oder Treiberstufe. Nach dem Tausch der Vor- Treiberröhren spielte der Amp vollkommen anderst- wie ausgewechselt.

Selbstbau, ja sehr gerne aber im Grunde keine Zeit. Ein schönes Beispiel wie sowas gemacht wird gab es letztens auf Jogis-Röhrenbude.

Vorallem die Treiberstuferstufe ist sehr, sehr interessant. So wie bei den meisten commerziellen Amps ( so auch bei den Unisons ) kann es eigentlich nicht richtig funktionieren. Die Treiberstufe ist leider allzu oft der eigentliche Flaschenhals. Speziell die 845er braucht einige 100 Volt Spannungshub am Steuergitter um richtig so auf Trapp zu kommen. Die 211er ist da wesentlich genügsamer, zieht aber wiederum schneller Gitterstrom was bei RC Kopplung dann auch wieder problematisch wird.

Den Red Dragon 211SE sollte jeder in der Tat mal gehört haben um mitreden zu können, die durchweg positive Berichterstattung zum Klang des Red Dragon 211SE hier im Forum spricht eigentlich Bände. Der vermeindliche Übeltäter der meinen Red Dragon 211SE ja leider gekillt hat war übrigens Günter Damde von der Fa. Art of Sound in Saarbrücken der seine Eckhörner in Eifer des Hörgefechtes falsch angeschlossen hatte. Eigentlich ist er überhaupt kein Freund von Röhrenverstärkern.Ich hatte ihn nach sehr, sehr langem gut zureden endlich überreden können sich meinen so "heiß geliebten" Roten Drachen doch mal anzuhören. Bereits nach den ersten Minuten war Günter vollkommen bekehrt, noch nie hatte er sein phantastisches Eckhorn besser gehört. Es war wieder mal einfach unglaublich was dieser 211SE-Amp zu leisten im Stande ist. Das war absolut live und in keinster Weise gekünstelt. Atemberaubende Dynamiksprünge, eine überaus glaubwürdige realistische Raumabbildung und dazu noch dieser perfektes Timing, uns wich das Lachen einfach nicht mehr vom Gesicht. Das war wirklich mal wieder High-End in der aller höchster Vollendung.

Dann kam auch noch zufällig Jörg Runkowski der benachbarten Fa. Audiotuner dazu. Schon nach ein paar Minuten war auch Jörg vollends überzeugt von dem Amp. Der Tenor war einhellig, der Amp klingt völlig unabhängig vom Preis betrachtet klanglich überragend. Jörg selbst verkauft im seinem Geschäft vornehmlich die eher hochpreisige Röhrenamps vom Schlage Cayin und ASL. Beide wollen nun unbedingt Händler dieses Amp werden. Das wäre evtl. auch für Rainer eine Möglichkeit die Red Dragon Amps einem breiteren Publikum zum Klangtest zugänglich zu machen. Wie weit das allerdings jetzt schon gediehen ist weiß ich nicht.

Verfasst: Sa 27. Okt 2007, 13:53
von jogi
Hallo Michael,

nana,das Zeitargument ist aber ein schwaches, soviel wie du rummisst und lötest und tauschst :P

Den 211er hatte ich auch kurz zu hause, konnte mir aber kein nachvollziehbares Urteil bilden, weil ich ihn nach einem Nachmittag Hören wieder wegschicken musste - wegen Urlaubs.
Ausserdem war es recht schwierig, ihn mit meinen aktiven Bässen über die Vorstufe zu verbandeln.
Aber der hat was, keine Frage, mir klang er aber zu rauh und hell, auch mit besten Vorröhren, ich bin halt ein tonaler Hörer, Dynamik etc steht erst mal an zweiter Stelle bei mir.
Und dann spielt das Aussehen auch noch eine Rolle, und da verfehlt er zu 100% meinen Geschmack; der extrem heiss laufende Trafos gefällt mir auch nicht auf Dauer. Deshalb würde ich mir alle Zeit der Welt nehmen, und ein exakt nach meinen Vorstellungen bauen - wenn ichs könnte :roll: Aber die Riesenbühne und die Reserven waren schon schön .

Ach so, was ist denn an der Treiberstufe mit einer 6sn7 besonders interessant? Interessant finde ich eher, dass mit Gleichrichterröhren gearbeitet wird.
Bei http://www.triodedick.com/ gibts einen Amp mit der 211, unter Projekte/ Goliath :weed: ,der dir auch gefallen müsste, mit der D3a als Treiber, Röhrengleichrichter etc
Da gibts bei AE Europe auch Trafosets und passende Gehäuse, Schaltung ist auch da, ist also durchaus machbar.
Nur so als Inspiration :mrgreen:

Ciao,

Jürgen

Verfasst: Sa 27. Okt 2007, 14:28
von Saarmichel
rs_av_solutions hat geschrieben:Moin Michael,

normalerweise sollten wenn das Licht ausgeschaltet ist die Bleche max 1-3 Sekunden wenn überhaupt nachglühen.Sollte es länger sein müsste man das Bias nachjustieren.Hatte mich bei den 845C einiges an Zeit gekostet ein vernünftiges Paar zu finden bei dem bei min. Bias die Bleche nicht geglüht haben :lips:

Gruss

Rainer


Hallo Rainer,

die 845B hat ja auch eine Graphit-Anode und die Graphit-Anoden glühen meiner Erfahrung nach dem ausschalten ( nur bei völliger Dunkelheit sichtbar ) alle ein wenig nach. Die 845B ist ja zudem auch nur mit 75 Watt Anodenverlustleistung belastbar während die Standart 845 ja locker 100 Watt Anodenverlustleistung verträgt.Im Unison ist der Betrieb mit der 845B auf jeden Fall schon eindeutig grenzwertig. Bei einer 845C ( oder 845M ) mit der Metallanode wäre ein glühen natürlich absolut inakzeptabel, denn ein glühen der Metall-Anode würde die Röhre bestimmt in kürzester Zeit zerstören weil die Anode quasi verdampft und ausgast und dadurch den Getter in kürzester Zeit aufbrauchen würde. Vorteil einer Graphit-Anode ist ja auch das das Graphit quasi selbst Gase binden kann und somit selbst als Getter wirkt.

Verfasst: So 28. Okt 2007, 09:27
von vintage64
Moin,

dieser "melomania VT-4-C / 211" sieht ja phantastisch aus ! [img:18:18]http://www.cosgan.de/images/midi/konfus/c035.gif[/img] [img:28:28]http://www.cosgan.de/images/midi/froehlich/g005.gif[/img]

Michael, wie kann ich den Schaltplan für die 845 Triode modifizieren ?
Gibt es da Anhaltspunkte, wonach ich vorgehen müsste ... ?

Wäre es vermessen, den Herrn Volker Kluft darum zu bitten ?

Viele Grüße,
Henning

Verfasst: So 28. Okt 2007, 09:31
von vintage64
Upps ... :oops:

Verfasst: Fr 22. Feb 2008, 22:29
von Saarmichel
Hallo,

hier mal die Messwerte des Unison.

Frequenzgänge mit der orginal Röhrenbestückung: Vorverstärker-Röhre ECC803S, Treiber-Röhre ECC802S und Endröhre 845B

[IMG:150:115]http://img85.imageshack.us/img85/7387/fgecc82je5.th.jpg[/img]


Frequenzgänge mit der Vorverstärker-Röhre ECC803S, Treiber-Röhre ECC81S und Endröhre 845B
Leider habe ich bei den Gesamtfrequenzgangmessungen vergessen die elek. Phase einzublenden.

[IMG:150:114]http://img245.imageshack.us/img245/1581 ... zk7.th.jpg[/img]


Frequenzgänge mit der Vorverstärker-Röhre ECC803S, Treiber-Röhre ECC803S und der Endröhre 845B

[IMG:150:115]http://img98.imageshack.us/img98/774/fgecc83sn1.th.jpg[/img]


Klirrfaktor-Messung mit der Vorverstärker-Röhre ECC803S, Treiber-Röhre ECC803S und der Endröhre 845B


[IMG:50:165]http://img245.imageshack.us/img245/7086/k23qc3.th.jpg[/img]


Hier eine Klirr-Vergleichsmessung mit den Treiber-Röhren ECC802S, ECC81S und ECC803S bei +/- 10 Volt an der 4 Ohm Anzapfung mit 3,4 Ohm Last.

[IMG:80:165]http://img245.imageshack.us/img245/3097/kvgqy8.th.jpg[/img]


Und als letztes Diagramm die max. aussteuerbare Sinus-Spannung mit der Vorverstärker-Röhre ECC803S, Treiber-Röhre ECC803S und der Endröhre 845B an der 4 Ohm Anzapfung mit 3,4 Ohm Last und an der 8 Ohm Anzapfung mit 6,8 Ohm Last.


[IMG:114:165]http://img85.imageshack.us/img85/4274/mavd0.th.jpg[/img]

Mir gefällt klanglich die Kombination mit der ECC803S Treiber-Röhre am besten. Zwar ist der Frequenzgang mit der ECC802S als Treiber-Röhre am ausgeglichesten aber die gerade +18db Verstärkung an der 4 Ohm Anzapfung reicht mir zu Aussteuerung mit meinen CD-Player nicht aus. Die ECC803 hat innerhin +25db, also + 7db mehr Verstärkung und hat auch die geringsten Klirrwerte. Wahrscheinlich kommt der Klirr eher von der Vorverstärker-Röhre die für die gleiche Ausgangsspannung dann höher angesteuert werden muß. Ob die Überschwinger an den Frequenzenden bei der ECC81S und der ECC803S evtl. wilde Schwingungen sind werde ich mal mit dem Oszi überprüfen, wahrscheinlich ist es aber eine Folge der höheren Verstärkung/Gegenkopplung und nicht schädlich.

Fazit: Der Unison Smart 845SE ist ein wirklich Klasse-Amp.

Verfasst: Fr 22. Feb 2008, 22:58
von Tubes
Saarmichel hat geschrieben:Hallo,
der Unison Smart 845SE ist ein wirklich Klasse-Amp.
Schlüssige Analyse; deckt sich haargenau mit meinen Erfahrungen ... :OK:

Aber dann kam Thöress ... :weed:

Verfasst: Fr 22. Feb 2008, 23:05
von Saarmichel
Tubesox hat geschrieben:Und?

Korrelieren die Meßwerte mit dem Gehörten?
Hey,

absolut, man hört eindeutig das der Unison mit der ECC803S als Treiber-Röhre deutlich dynamischer und spritziger klingt.

Dieser Verstärker ist wahrlich kein Schönfärber, wahrscheinlich eine direkte Folge der sehr geringen Klirrwerte. Selbst wesentlich leistungsstärkere Gegen-Takter (Amplifon WT40, Yaqin MC-100B) machen das auch nicht besser als dieser SE-Amp. Gegenkopplung sei Dank :king: :OK:

Verfasst: Fr 22. Feb 2008, 23:19
von Saarmichel
Tubesox hat geschrieben: Aber dann kam Thöress ... :weed:
Opisch gefallen mir die Unison-Monos aber viiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiel, viiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiel besser. Wahrlich die Optik der Unisons dürfte kaum noch zu toppen sein. Thöress=Laborgeräte oder Optik eines Schweißgerätes. Aber über Geschmack lässt sich (nicht!!!) trefflich streiten. Mein Motto: Jedem wie es selbst gefällt.

Messtechnisch haben die Unisons mich aber wirklich sehr, sehr positiv überrascht weil einer ECC82 hätte ich niemals zugetraut das die eine 845 mit dem hohen erforderlichen Gitterspannungsbedarf vernünftig ansteuern kann.

Verfasst: Fr 22. Feb 2008, 23:41
von Tubes
Stimmt,

die Unisons schmeicheln dem Auge. Aber, da ich Musik höre ... :wink:

Das Ganze hängt sehr stark von den Einzelkomponenten ab. Bei LS mit 100 dB reichen die 2 x 4 W der F2A11 locker ... :ebh:

Verfasst: So 1. Jun 2008, 14:00
von Saarmichel
Hallo,

beim Unison Smart 845SE habe ich nun auch mal als Treiberröhre die JJ-ECC99 Goldpins ausprobiert die mir klanglich bisher eindeutig am besten gefällt. Außerdem habe ich versuchsweise mal die Gegenkopplung abgelötet und das Kabel das eigentlich an der 4-Ohm LS-Klemme angelötet ist ein wenig verlängert so das ich das Kabel nun durch die Bodenplatte führen kann und nun schnell wahlweise zum Klangvergleich außen an die 4Ohm-oder 8-Ohm LS-Klemme klemmen kann. Ohne Gegenkopplung wird der Klang wesendlich blumiger und fruchtiger was mir persönlich eindeutig besser gefällt. Messtechnisch steigt ohne Gegenkopplung natürlich die Verstärkung deutlich an, die Verzerrungen steigen aber nur geringfügig an während der Amp ohne die Gegenkopplung die magische 20Khz-Grenze nicht mehr ganz erreicht, bei 15khz geht es steil bergab was ich allerdings ehrlich gesagt nicht hören konnte.

Übrigens hat der Unison Smart 845SE wohl keine herkömmliche AÜ sondern ganz offensichtlich einen Ringkern-AÜ verbaut was bei SE-Röhrenamps wegen der Kernsättigung-Problematik der Ringkerne sehr ungewöhnlich ist. Normalerweise braucht man ja einen Luftspalt.

[IMG:150:128]http://img507.imageshack.us/img507/1827/845jf9.th.jpg[/img]

Wahrscheinlich werde ich mir noch die Gegenkopplung schaltbar machen. Mit einem einfachen AN-AUS-AN Schalter könnte ich dann ganz einfach nach Lust und Laune wählen ob ich lieber mit geringer-keiner-oder starker Gegenkopplung höre.

Verfasst: So 1. Jun 2008, 14:10
von eugen
Hallo Heiner
Tubesox hat geschrieben:
Saarmichel hat geschrieben:Hallo,
der Unison Smart 845SE ist ein wirklich Klasse-Amp.
Schlüssige Analyse; deckt sich haargenau mit meinen Erfahrungen ... :OK:

Aber dann kam Thöress ... :weed:
Vielleicht hättest Du mal eine Acapella-Base unter dem Unison ausprobieren sollen :wink: , das bringt nochmal einen deutlichen Sprung nach vorne und zeigt, wie gut dieses Gerät wirklich sein kann. Der Unison wird einfach noch einmal deutlich freier, schneller und selbstverständlicher.
So habe ich es zumindest bei einer großen Unison 845 von Andreas gehört.
Aber da hing ja auch zum "Anschieben" noch eine SRPP-Vorstufe vorne dran.

Gruß von eugen

Verfasst: So 1. Jun 2008, 14:47
von Saarmichel
Hallo Eugen.

Das bei den Unisons die Basic auf der die Amps "ruhen" extrem wichtig ist glaube ich Dir auf Wort. Ursache ist das bei meinen Smart 845SE die Eingangsstufe, wo eine ECC83/12AX7 verwendet wird wirklich extrem sensibel reagiert. Ich hatte mal einen Test mit div. ECC83/12AX7 Typen gemacht und bei diesem Test fiel fast die Hälfte der Röhren durch weil etliche Röhren im Unison extrem mikrofonisch waren oder brummten wo die gleichen Röhren in anderen Amps völlig unauffällig waren.

Siehe Erfahrungsbericht: http://www.roehren-und-hoeren.de/phpBB/ ... 2143#82143

Ich kann mir deshalb gut vorstellen das jedliche Vibration sich durch Unruhe im Klangbild bemerkbar macht weil der Unison jede Erschütterung der Eingangsröhre zum Klang moduliert.

Verfasst: So 1. Jun 2008, 17:25
von eugen
Hallo Michael

Ich habe bisher feststellen können, daß noch jede Röhrenelektronik auf die Acapella-Basen eindeutig positiv reagiert hat.

Versuche mal ein Päärchen gematchte Tesla ECC803s mit gelber Schrift zu bekommen.
Die klingen IMHO sehr durchzeichnend, der Bass ist blitzsauber mit sehr viel Struktur. Kann ich manchen Ketten zu neutral werden.
Bei meiner Phonostufe habe ich sie wieder die RCA 5751 eingesteckt, die dort einfach mehr Flair und Wärme hineinbrachten, in meiner Uher 3000 sind die Tesla famos.

Wie sagt der Bayer: Muß halt passen.

Gruß von eugen